Abstract
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, die Nachfolgeproblematik in Familienunternehmen mit Fokus auf die Generation Z zu ergründen. Familienunternehmen haben einen Anteil von über 85% an allen Unternehmen in der DACH-Region und sind damit ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft. Gleichzeitig ist ein signifikanter Rückgang der Übernahmeintention der potenziellen NachfolgerInnen in der Generation Z festzustellen, welcher die Langfristigkeit dieser besonderen Unternehmensform gefährdet. Ziel dieser Arbeit ist es, durch eine theoretische Begründung und einer eigens durchgeführten qualitativen Studie, familieninterne, familienexterne und personenbezogene Faktoren, welche die Familienunternehmensübernahme in der Generation Z beeinflussen, zu analysieren. Dazu wurde zuerst eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, um den aktuellen Stand der Forschung wiederzugeben. Anschließend wurden elf leitfadengestützte Interviews, mit potenziellen NachfolgerInnen in verschiedensten Familienunternehmen durchgeführt und nach der zusammenfassenden Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Um ein besseres Verständnis der Ergebnisse zu erhalten und die Interpretation zu erleichtern, wurde das Drei-Kreise Modell nach Tagiuri und Davis (1996), sowie das integrative Modell der Unternehmensnachfolge nach Le Breton-Miller/Miller/Steier (2004), herangezogen. Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass die Übernahmeintention durch ein Zusammenspiel der drei Hauptfaktoren geprägt ist. Auf persönlicher Ebene wirken hauptsächlich der Wille nach Selbstverwirklichung, die entsprechende Ausbildung und intrinsische Motivationen förderlich, während eine fehlende Identifikation mit dem Unternehmen und mangelndes Vertrauen in die eigenen Führungsfähigkeiten als hemmend wirken. Familienintern spielen vor allem die anderen Familienmitglieder eine große Rolle. Unterstützendes Verhalten und vor allem der elterliche Zuspruch wirken positiv auf die Übernahmeintention, wobei kontrollierendes Verhalten der ÜbergeberInnen oder eine unklare Rollenverteilung hemmend wirken. Familienextern ist besonders die Branche und der Arbeitsmarkt, in der das Familienunternehmen agiert, von großem Einfluss. Ist die Zukunftsprognose gut, steigt hier die Übernahmeintention. Zusätzlich spielt die wirtschaftliche Stabilität des Familienunternehmens und die gesellschaftlichen Erwartungen eine Rolle in der Entwicklung einer Übernahmeintention. Mit dem Fokus auf der Perspektive der nachfolgenden Generation Z, schließt die Arbeit eine bisher wenig betrachtete Forschungslücke. Sie leistet somit sowohl einen wissenschaftlichen Beitrag zur Nachfolgeforschung, sowie praxisrelevante Erkenntnisse für Unternehmerfamilien und BeraterInnen, welche die Nachfolgeplanung in selbigen vorantreiben wollen.
Keywords: familienunternehmen; nachfolge; generation z; persönliche einflussfaktoren; familieninterne einflussfaktoren; familienexterne einflussfaktoren

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